Bericht zum Havelberger Hafentriathlon

In der wunderschönen Hansestadt Havelberg habe ich am 20.7.  erfolgreich meinen zweiten Triathlon über die Bühne gebracht – und dazu auch tolle Menschen „aus dem Internet“ offline kennengelernt.

Tim aus meiner Timeline bei Twitter hatte zum Sportics Talents Duell gerufen: Die Idee war, dass sich die Sportics Talents bei einem Triathlonwettkampf im direkten Vergleich messen und hatte dafür auch schnell einen passenden Wettkampf gefunden, den Havelhammer, eine verkürzte Mitteldistanz mit 1500 m schwimmen, 66 km Radstrecke und abschließendem Lauf über 16.5 km. Diese Entfernungen waren mir dann doch etwas zu weit, da alternativ auch eine Sprintdistanz (650-22-6.6) angeboten wurde, sprang ich mit auf den Zug auf: Triathlon & ein Wochenende mit sportbegeisterten, tollen Menschen, was will man mehr?

Nachdem ich keine Zugtickets für den Fernverkehr der Deutschen Bahn bekommen hatte (Fahrradmitnahme ist halt so ein Ding…) war ich schon kurz davor abzusagen, habe mich dann aber doch dazu entschlossen zu kommen – auch wenn das bedeutete, dass ich ausschließlich mit dem Regionalverkehr anreisen würde, X mal umsteigen müsste und fast 8 Stunden unterwegs war – aber man ist ja jung (halbwegs 😉 ) und ich wollte die verrückte Truppe unbedingt kennenlernen.

Samstag um 11:00 ging es dann los: Nachdem ich schon morgens mit den anderen zusammen in die Wechselzone eingecheckt hatte konnte ich noch das komplette Schwimmen und die erste Radrunde der anderen angucken bevor es für Olli und mich ernst wurde. Nach der Wettkampfbesprechung durften erst noch ein paar hundert Meter in der Gummipelle zum Schwimmeinstieg gelaufen werden um dann nochmal gute 250m zum Start zu schwimmen, einschwimmen war diesmal also erledigt. Vielleicht sollte ich noch kurz was zur Wasserqualiät sagen: Havelberg war einer der vom Hochwasser betroffenen Orte, der Veranstalter hatte imVorfeld mehrfach das Wasser vom zuständigen Gesundheitsamt kontrollieren lassen um eine Gesundheitsgefährdung auszuschließen, lecker war trotzdem anders. 😉
eiswuerfelimschuh-triathlon-havelberg-havelhammer-155  Ich sortierte mich beim Start weit hinten ein, ich kenne ja meine Schwimmleistung und wo ich mich dabei einordnen kann. Dann ging es los, alles schwamm gleichzeitig in Richtung der ersten Boje los und es war jede Menge Unruhe im Wasser. Im Gegensatz zu Düsseldorf fand ich diesmal meinen Rhythmus sehr schnell und konnte mein Ding voll durchziehen. Bei den Blicken nach vorne zur Orientierung merkte ich, dass ich andere Starter schwimmend überholte. Ich fühlte mich auf einmal schnell (und das im schwimmen!), heute war definitiv ein guter Tag! Nach der Boje ging es dann auch schon auf den Schwimmausstieg zu und ich würde nicht als letzter aus  dem Wasser gehen, yeah! Auf den letzten 200m habe ich dann das Tempo nochmal verschärft und dann waren wir auch schon da. Als ich wieder Land unter den Füßen hatte ging es Richtung Wechselzone, der Weg war aber schon recht lang, immerhin konnte ich mich so im Laufschritt schon mal obenrum vom Neo befreien, schnell noch an der Zeitmessung vorbei und weiter zum Rad. Das Wechseln lief problemlos und auch schneller als in Düsseldorf, macht sich eben doch bezahlt wenn man das schon mal gemacht hat. 650m Swim: 13:10

Da ich Freitag erst relativ spät in Havelberg angekommen war hatte ich mir die Radstrecke vor dem Rennen nicht mehr angesehen. Schwierige Stellen erwartete ich aber nicht, laut Ausschreibung ging es einfach 11km aus dem Ort raus bis zu einem Wendehütchen und dann wieder die gleiche Strecke zurück, das war es. Nach der ersten Steigung direkt nach der Wechselzone musste man noch einmal links abbiegen und konnte sich dann komplett aufs Treten konzentrieren, ich machte sofort Druck und sammelte schnell die ersten Starter ein, da wir uns aber unter die Mitteldistanzler mischten waren die leider nicht alle aus meinem Wettkampf. Nach 3 km setzte sich irgendein Vollidiot nach meinem Überholmanöver in meinen Windschatten – da es ein absolutes Windschattenverbot gab ein absolutes no-go und total unsportlich. Leider waren nirgendwo Kampfrichter zu sehen, also drehte ich mich im Wettkampf halb um und sagte dem Herren sehr klar, was ich von seinem Verhalten hielt und trat in der Hoffnung ein wenig Abstand zwischen uns zu bringen noch fester rein – was mir dann schließlich auch gelang. Bei diesem Wettkampf habe ich mir dann auch gewünscht, dass ich einen Triathlon-Aufsatz hätte, die Radstrecke wäre dafür perfekt gewesen und ich hätte mir sicherlich einige Sekunden auf der Radstrecke sparen können, so heiß es also Attacke am Unterlenker. Die Strecke war am Ende auch viel welliger als ich es vermutet habe, die 11km bis zur Wendemarke waren aber schnell erreicht und auf dem Rückweg wollte ich wirklich alles aus mir rausholen. Auch wenn die Beine schon brennen kann man nochmal einen drauflegen, no pain, no gain! Also weiter klein machen, treten was die Beine hergeben und zack bin ich auch schon wieder in Havelberg. Rechts abbiegen, auf der kleinen Abfahrt zur Wechselzone nochmal beschleunigen, aus den Schuhen raus und kurz vor der Wechsellinie vom Rad springen um dann in die Wechselzone zu spurten. Rad abstellen, Helm ab, in die Laufschuhe und los. Auf dem Weg auf die erste Laufrunde wurde dann noch die Zeit genommen: 22 km bike + T1 : 39:28

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Zu Laufen waren 2 Runden zu je 3.3 km und die Laufrunde startete mit ein paar Höhenmetern, die ersten paar hundert Meter ging es nämlich bergauf, ich liebe es! Da ich mir auch die Laufstrecke vorher nicht angesehen hatte und ich dank vollem Garmin-Rundenspeicher keine Orientierung hatte, bei welchem Kilometer ich mich gerade auf der Laufstrecke befand, wollte ich erstmal etwas vorsichtiger laufen um an Ende nicht komplett einzubrechen. Nach der ersten Schleife kam man nochmal an Start/Ziel vorbei wo auch die Verpflegungsstelle (Wasser/ISO + SCHWÄMME!) war, man konnte sich also auf jeder Runde 2x erfrischen, was ich natürlich auch nutzte. Da ich nun mit den schnellen Mitteldistanzlern gleichzeitig auf der Laufrunde war, wartete ich dauernd darauf, dass mich ein bekanntes Gesicht von hinten einsammelt und wurde auch nicht enttäuscht. Tom lief an mir vorbei, von mir gab es noch einen kleinen Klapps und danach bewunderte ich einfach nur seinen Laufstil: Auch wenn er schon 66 harte Radkilometer und keine Ahnung wie viele Kilometer Laufstrecke in den Beinen hatte, lief er immer noch so, als würde es ihn fast gar nicht anstrengen, alles sah so leicht aus bei ihm…

In der zweiten Runde versuchte ich nochmal etwas schneller zu laufen, leider weiß ich nicht ob mir mein Vorhaben auch geglückt ist, der Forerunner wollte nicht so wie ich, also musste ich mich auf mein Gefühl verlassen. Die letzten paar hundert Meter vor dem Ziel machte ich mich für den Schlussspurt fertig und zog das Tempo an, rannte dann fast noch einen Helfer um der  in der Mitte des Zielkanals stand und spurtete ins Ziel. Fertig. Ich musste mich erstmal hinlegen, stehen ging nicht mehr. Trinken. Ich rappelte mich auf und ging in Richtung Zielverpflegung, als ich wieder fit war suchte ich dann die anderen. Wie bereits in Düsseldorf waren 5 min nach dem Zieleinlauf wieder alle Systeme auf grün, ich hätte direkt nochmal los gekonnt. 🙂

Ergebnis:

29. / 68. Gesamt, 5./7. AK 25-29
Swim: 13:10 (39.), Bike: 39:28 (21.), Run: 32:43 (26.), Gesamt: 1:25:21

Ich bin mit dem Wettkampf zufrieden, er hat Spaß gemacht, ich habe wirklich inspirierende und tolle Menschen kennengelernt und hatte ein super Wochenende, was will man mehr?

Wie das Sportics Talents Duell der anderen ausgegangen ist, könnt ihr bei Nadin (Teil 1 & Teil 2) oder dem Triathlondog nachlesen, ich empfehle beide Blogs uneingeschränkt! Vielen Dank auch an Nadin für die wundebaren Fotos!

Hoffentlich wird „sowas“ schnell wiederholt, ich würde es mir sehr wünschen!

2 thoughts on “Bericht zum Havelberger Hafentriathlon

  1. Aus irgendeinem Grund habe ich den Pingback erst heute bekommen. Aber so wurde eine wunderbare Erinnerung ausgelöst. Lieben Dank für’s Verlinken!

    Es war eine wirklich tolle Veranstaltung und ich muss wirklich sagen, dass so ein Aufeinandertreffen mit den ganzen bekannten Gesichtern auch wirklich sehr motivierend und spaßig zugleich war. Ich würde mich auch freuen, wenn so etwas mal wieder klappen würde!

    • Dein & mein Blog funtionieren also tadellos, ich hatte den Artikel ewig rumliegen und habe ihn heute erst wirklich fertig gemacht und dann zurückdatiert abgeschickt 😉 Das mit dem Verlinken habe ich doch gerne gemacht, ich denke zwischen Weihnachten & Neujahr werde ich die Seite mal wieder auf Vorderman bringen & dann auch mal wieder selbst durchstarten!

      Ich fand das Treffen auch sehr spaßig & motivierend, ich bin richtig froh dagewesen zu sein! Ich hoffe man sieht sich 2014 irgendwo wieder 🙂

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