40. Midwintermarathon Apeldoorn

Sonntag hieß es für mich mal wieder Wettkampfzeit und diesmal war es eine Premiere für mich, noch nie war ich im Ausland bei einem Wettkampf am Start und dabei hatte ich doch schon so viel über die „Laufverrrücktheit“ der Niederländer gehört, jetzt sollte ich sie also auch erleben. Sonntag früh ging es dann mit Tyll, Ute & Peter nach Apeldoorn, Ute und ich wollten uns an dem 18.5 km Mini-Marthon versuchen, Tyll & Lisa (die kurzfristig für Jan eingesprungen war) an den „Acht van Apeldoorn“. Neben diesen Distanzen gab es noch einen kompletten Marathon, einen 27.5 km Lauf und natürlich einen Kidslauf, insgesamt waren 12000 (ja, Zwölftausend!) Teilnehmer am Start!
Nachdem wir die Startunterlagen hatten mussten Ute und ich uns dann auch schon ein wenig sputen, am Start waren wir dann von verschiedenen Startblöcken überrascht und versuchten uns so sinnvoll wie möglich einzusortieren, im Endeffekt standen wir aber beide viel zu weit hinten und mussten uns nach dem Start mindestens auf dem ersten Kilometer über in Schlangenlinien fortbewegen. Nach dem Startschuss dauerte es erstmal ein paar Minuten bis ich überhaupt die Chance hatte über die Startlinie zu laufen, dank Nettozeitnahme aber kein Problem mehr.
Direkt nach den ersten 2 Kilometern begleitete mich dann Tyll auf dem Rad für den restlichen Weg, Peter war als Radbegleitung mit Ute unterwegs. Durch die Startblöcke war ich so weit hinten im Starterfeld gestartet, dass ich während des gesamten Wettkampfes andere Läufer überholte und das motiviert schon ordentlich. Die ersten drei Kilometer führte die Strecke durch die typisch niederländischen Randbereiche von Apeldoorn (schöne freistehende Häuser) und als ich noch auf dem ersten Kilometer das erste Mal auf meinen Forerunner schaute, war ich doch etwas irritiert: Mein Puls war schon nach 300m bei einem Pace von 5:00 min/km auf über 170 bpm hochgeschnellt, normalerweise viel zu hoch und ein Zeichen dafür, dass ich die leichte Erkältung doch nicht nicht 100%ig wieder los war.

Ich überlegte kurz etwas langsamer zu machen und verwarf den Gedanken dann aber schnell wieder, erstmal abwarten wie es so weiter läuft, langsamer machen konnte ich schließlich immer noch. Außerdem war das ganze ja ein erster Test für den Venloop Halbmarathon Ende März und ich wollte schauen, ob die 18.5 km  in einem Tempo laufen kann, das sich in grob an meinem Bestzeittempo über die Halbmarathondistanz (5:06min/km) orientiert, auch wenn mir absolut klar ist, dass die Form momentan für 5:06 min/km noch nicht ausreicht.
höhenmeter_apeldoorn_diagrammNach 4 Kilometern ging es dann aus der Stadt raus in den Hoge Veluwe, einem wunderschönen & riesengroßen Naturpark in den Niederlanden, der sowohl aus Heide-, als auch aus Waldflächen besteht. Ich denke, dass ich den Park im Frühjahr nochmal besuchen werde, diesmal bleiben dann aber die Laufschuhe zuhause und er wird dann aber mit dem Rad erkundet, aber zurück zum Wettkampf.

Normalerweise haben viele Menschen die Vorstellung, dass Holland fast komplett flach ist (was für die meisten Gegenden ja vielleicht auch stimmen mag), nicht aber hier, für uns Läufer ging es über den „De Kampsteeg“, der zweithöchsten Berg Erhebung der Provinz Gelderland, insgesamt ging es auf 110m über dem Amsterdamer Pegel. Durch mein Laufrevier in Essen bin ich Anstiege gewohnt, die meiste Zeit habe ich nicht mal richtig mitbekommenm, ob es jetzt hoch oder runter geht, bei Kilometer sieben merkte ich den „Berg“ dann aber schon. Mit 5:39 min/km war es der langsamste Kilometer des gesamten Wettkampfes.
MedailleKurz danach war dann auch schon Kilometer 10 erreicht, hier hatte ich eine Durchgangszeit von 53:35 (5:21 min/km), bis hierhin lief es wie geplant. Auf der zweiten Hälfte des Rennens wollte ich das Tempo nochmal verschärfen und auch wenn ich Tyll bei Kilometer 8 zugerufen hatte, dass ich fertig bin, fühlte ich mich gut, es war ja schließlich ein Wettkampf, da darf man gerne auch mal in der Nähe seines Limits laufen. Nach dem Abbiegen auf die gesperrte Landstraße bei Kilometer 11 zog ich das Tempo an, die folgenden Kilometer waren 15-20 Sekunden schneller als mein Schnitt bisher. Es lief gut, der Durchschnittspace  ich fühlte mich immer noch gut, so gut sogar, dass ich Kilometer 15 sogar in 4:56 und Km 16 in 4:59 absolvierte! Es ist ein echt geiles Gefühl bei einem Wettkampf über so eine Distanz am Ende noch genügend Reserven zu haben um den Endbeschleunigungsturbo zu zünden!  Bei Kilometer 16 ging es dann auch wieder raus aus dem Wald und rein in die Stadt, jetzt nur noch 2.5 km das Tempo halten und schneller als ich dachte war ich auf der Start/Zielgeraden, also Endspurt! Nach 1:36:28 überquerte ich dann mit erhobenen Armen die Ziellinie, für mich war ich ein absoluter Sieger!

18.5 km, 1:36:28, 5:13 min/km

Stolzer FinisherIm Zielbereich gab es dann zuerst eine Medaille als Lohn für die Mühen und eine perfekte Verpflegung im Nachzielbereich mit allem was man sich wünscht. Für mich ist er Wettkampf wunderbar gelaufen, auch wenn ich erkältungstechnisch noch leicht angeschlagen war, bin ich trotzdem hoch zufrieden mit dem Wettkampf: Ich konnte mein gewünschtes Tempo durchziehen, ich konnte in der zweiten Hälfte „negativ splitten“ wie es immer so schön heißt und wesentlich schneller laufen (1. Hälfte 5:18 min/km,  2. Hälfte 5:04 min/km) als die erste Rennhälfte. Vor allem war es aber ein Lauf über eine relativ lange Distanz, mein letzter Lauf mit einer Distanz über 16 km Länge war am 8. November 2012, damals waren es 16.92 km mit einem Pace von 5:36 min/km, bei weitem also nicht so schnell wie der Wettkampf jetzt. Ich hatte mir im Vorfeld schon ein wenig Sorgen gemacht, ob ich diese Distanz bei dem Tempo durchhalten würde, alles unnötig wie sich gezeigt hat.

Zum Schluss will ich noch sagen, dass die Holländer schon ein wenig verrückt sind, die machen aus so einer Laufveranstaltung eine Riesenparty, innerorts standen überall an der Strecke Menschen die einen angefeuert haben, Musikkappelen, die auch gerne mal „Devil in Disguise“ von Elvis zum  besten geben und die Stimmung ist einfach klasse! Ich kann dem Midwinter Marathon in Apeldoorn auf jeden Fall als Wettkampf über egal welche Distanz empfehlen, in allen Wettkämpfen waren insgesamt 12000 Läufer am Start! Ich freue mich schon auf nächstes Jahr, jetzt geht es aber erstmal mit der gezielten Vorbereitung für den Venloop Halbmarathon los, da soll ja schließlich die Bestzeit fallen!

Was die anderen aus dem Team Essen ’99 gemacht haben erfahrt ihr wie immer auf unserer Homepage, danke auf jeden Fall an alle für den tollen Wettkampf!

Mein zweiter Halbmarathon beim 30. Benrather Volkslauf

Samstag war (endlich) wieder mal Wettkampftag und nachher ich war irgendwie saufroh den Wettkampf gelaufen zu sein, aber fangen wir doch mal vorne an:

Auch wenn ich den Halbmarathon genau so in meiner Wettkampfplanung für dieses Jahr aufgeführt hatte, sicher war ich mir nicht ob ich den auch Laufen sollte, der Metrogroup Marathon rückt immer näher und ich hatte immer noch Trainingsrückstand und ein eher ungutes Gefühl. Ulli hat es schließlich geschafft mich zu überzeugen und deshalb hab ich mich dann Anfang letzter Woche auch angemeldet. Da ich keine Ahnung hatte wo ich gerade leistungstechnisch stehe wollte ich mich an Ulli halten, eine knappe Sub 2 sollte es werden, mit anderen Worten also 21.1 km mit jeweils 5:40 min/km. Wer mein Training regelmäßig verfolgt wird sich erinnern, dass ich letzte Woche Donnerstag einen Tempodauerlauf über gerade mal 11 km in 5:40 absolviert hatte und dabei ein gutes Gefühl hatte, das hier waren aber nicht 11 sondern 21 km und damit eine ganz andere Dimension. Dazu kam noch, dass mein Trainingstagebuch mir anhand meiner aktuellen Form für den Halbmarathon eine Zeit von mindestens 2:02 prognostizierte, aber wie heißt es so schön:

Wer nicht wagt der nicht gewinnt

Samstag Mittag ging es also nach Düsseldorf-Benrath, ich war circa 45 min vor dem Start da und konnte in aller Ruhe meine Startunterlagen abholen. Das Wetter war zum Laufen perfekt, wir hatten so circa 10°C und es war bewölkt, Bestzeitenwetter eigentlich. Während ich mich nach Ulli umsah traf ich Anja, sie wollte den Halbmarathon heute auch als Formtest nutzen und heute unter 1:50 bleiben. Als ich dann zum Start unterwegs war traf ich Ulli und hatte meinen Laufpartner damit für heute also gefunden. Damit das Unterfangen Sub2 auch wirklich gelingt programmierte ich noch schnell den Forerunner so, dass wir gegen einen „virtuellen Partner“ antraten der stur jeden Kilometer mit exakt 5:40 min/km „lief“, so konnte ich jederzeit nachsehen ob wir Vorsprung hatten oder hinter der 2-Stunden-Marke lagen. Am Start hatten sich neben uns noch über 450 andere Läufer versammelt, der Fokus lag aber heute nicht auf anderen sondern nur auf dem Spaß und der Mission Sub2, wir wollten uns nur auf uns konzentrieren.

Nach dem Startschuss ging es los, nach circa 45 Sekunden hatten wir dann die Startlinie auch überquert und damit ging es endlich los, die Uhren wurden gestartet und es war Wettkampfzeit!

Normalerweise habe ich immer das Problem etwas zu schnell loszulaufen, diesmal bremste Ulli mich aber gut ein und so absolvierten wir den ersten Kilometer in 5:33 und lagen damit gut im Plan. Anfangs wollte ich das Tempo noch um ein paar Sekunden bremsen, 5 Sekunden pro Kilometer können gefühlt über diese Distanz schon einen großen Unterschied machen und ich wollte auf keinen Fall am Anfang überpacen um dann später einzubrechen, nach einer kurzen Absprache behielten wir das Tempo bei und Ulli sagte, dass er das Tempo jetzt gleichmäßig laufen wollte. Gesagt, getan: Die nächsten Kilometer liefen wir in 5:34, 5:28, 5:32, 5:36, 5:34, …, sehr gleichmäßig also und fast wie eine Maschine. Das doch recht hohe Tempo war für mich vollkommen okay, mein Puls lag so bei 160 bpm, es fühlte sich eher wie ein schneller Trainingslauf als nach Wettkampf an. Die Laufstrecke war echt schön und abwechselungsreich, es ging über Waldwege durch den Benrather-/Hasseler Forst und um den Unterbacher See, Ulli erzählte mir beim Laufen, dass die Gegend eines seiner bevorzugten Trainingsreviere ist, kann ich absolut nachvollziehen. Leider habe ich keine Bilder gemacht, es handelt sich aber um ein echt schönes Waldgebiet mit Bachläufen und viel Abwechselung, langweilig wurde es für mich zumindest nicht.

Nach 4 1/2 Kilometern kamen wir zum ersten Verpflegungspunkt (ich wusste bis dahin nicht mal, dass es überhaupt Verpflegung gibt!) und wir nahmen beide einen Becher Wasser. Es lief echt gut, ich kontrollierte regelmäßig unser Tempo und wir hatten uns echt sehr gut bei 5:33 eingependelt. Die Kilometer verflogen und auf einmal hatten wir 10km hinter uns gebracht, wir waren immer noch sehr gleichmäßig unterwegs und ich fühlte mich gut. Als wir nach 14 km zum dritten Verpflegungsstand kamen musste Ulli schon mehr kämpfen und wir stellten unsere Gespräche weitesgehend ein. Er fragte mich, ob ich nochmal angreifen wollte, ich blieb aber bei ihm, so war es abgemacht und da gab es auch für mich nichts dran zu rütteln. Überall da wo ich konnte lief ich so, dass Ulli nicht den vollen Wind ab bekam der am Unterbacher See pfiff. Ab dem 16. Kilometer wurden wir etwas langsamer, da wir aber noch locker vor der virtuellen 2h-Marke waren zog ich das Tempo also nicht weiter an sondern lies uns 2 km etwas verschnaufen (5:43 und 5:41). Danach ging es wieder mit 5:33 weiter und wir sammelten langsam den ein oder anderen Teilnehmer auf und motivierten sie zum mitlaufen.  Insgesamt haben wir während des Rennens eher überholt und sind immer wieder an einzelnen Gruppen ran gelaufen ohne unser Tempo zu steigern. Die letzten paar Kilometer bekam Ulli Probleme mit seinem Bauch und so war ich nun gefordert für die nötige Motivation zu sorgen und die letzten Kilometer das Tempo zu machen. Immer wieder motivierte ich unsere kleine Laufgruppe, keine 15 Minuten mehr und wir waren im Ziel und hatten es unter 2 Stunden geschafft! Als es um die letzte Kurve ging konnte man das Ziel in der Ferne schon sehen, 600m waren es noch für uns! 100m vor dem Ziel sah ich Alex und Nicole an der Strecke stehen wie sie mich anfeuerten, eine super Überraschung vielen Dank dafür! Ulli und ich liefen Arm-in-Arm über die Ziellinie und wir hatten es geschafft! Ich stoppte meine Uhr bei 1:57:50, unser Ziel hatten wir damit klar erreicht!! Ich beglückwünschte Ulli und bedankte mich für den gemeinsamen Lauf, es hat echt sehr sehr viel Spaß gemacht! Im Ziel traf ich sofort Anja, sie war sich nicht ganz sicher ob es mit ihrer Sub 1:50 geklappt hat, Glückwünsche gab natürliche trotzdem, wir waren ja immerhin gerade einen Halbmarathon gelaufen!

21.1km, 1:57:48, 5:31,86 min/km.

Vielen vielen Dank an Ulli für den gemeinsamen Lauf und Danke auch an Alex & Nicole fürs kommen, anfeuern und zusehen. Glückwunsch auch nochmal an Anja & Ulli zu den Ergebnissen.

Inzwischen weiß ich, dass wir circa 20 Sekunden an Ullis Bestzeit vorbei geschrammt sind, wenn ich das ganze vorher gewusst hätte und die Probleme mit dem Bauch nicht gewesen wären, naja, ich bin mir sicher, dass da noch die nötigen Sekunden drin gewesen wären, vielleicht ja nächstes Mal.

Als Formtest für den Marathon war der Halbmarathon sicherlich gelungen, ich bin zumindest sehr zufrieden. Ich bin klar unter 2 Stunden geblieben und habe meinem Trainingstagebuch also klar gezeigt wo der Hammer hängt. Das verwunderlichste ist aber die Tatsache, dass ich nicht voll gelaufen bin und trotzdem dieses gute Ergebnis erzielt habe. „Voll gelaufen“ wäre sicherlich mehr drin gewesen, da das alles aber reine Spekulation ist will ich das auch gar nicht vertiefen. Ach ja, meine neuen Wettkampfschuhe (die Brooks PureConnect) haben sich bewährt, ob ich für den Marathon auf sie zurückgreife bleibt aber abzuwarten.

Für alle,die im Frühjahr mal einen Halbmarathon versuchen möchten, kann ich diese Veranstaltung sehr ans Herz legen, sie ist liebevoll organisiert (4 Verpflegungsstellen beim HM), hat eine landschaftlich schöne und flache Strecke und es hat einfach nur Spaß gemacht!

30. Benrather Volkslauf | Halbmarathon

Ziel Sub2 = Erreicht. Ich hatte heute jede Menge Spaß, vielen Dank an Ulli für den gemeinsamen Lauf und Glückwunsch an Anja zur tollen Zeit! Vielen Dank auch an Alex & Nicole für Anfeuern!

Einen richtigen Bericht liefere ich nach, heute will ich nur noch entspannen 🙂

365 Tage – Vor einem Jahr lief ich los in mein neues Leben

Ein erstes Training…

Ich war heute Abend das erste mal laufen und es fühlt sich gut an.

Letzte Woche war ich schon 2x beim Handballtrainig und musste stark mit meiner Kondition kämpfen, aber so ist das halt wen man nach Jahren wieder Sport macht.

Heute waren es 3.28km direkt in meiner Nachbarschaft.

Trainingsbeginn: 19:31:48 Uhr Trainingsdauer: 00:26:12 Std. Distanz: 3.28 km Geschwindigkeit: 7.5 / 39.5 km/h Pace: 7:59/km [8 min/km]   

Zu sehen gibt es das ganze hier:

http://trainingstagebuch.org/public/show/525056

Ein erstes Anfang ist also gemacht…

Als ich vor genau 365 Tagen diesen (insgesamt zweiten) Eintrag in meinen Blog schrieb, hatte ich keine Ahnung, was ich da gerade losgetreten hatte. Ich wusste nur, dass der erste Schritt auf dem Weg in ein neues Leben getan war, so war zumindest der Plan, wie genau der Weg aussehen würde wusste ich nicht.

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Vor noch einem Jahr war der Gedanke, dass ich in meinem Leben mal einen Marathon laufe, nicht mehr als eine absurde Idee. Überhaupt war „Laufen“ etwas, dass scheinbar überhaupt nicht in mein Leben passte, wie denn auch? Ich rauchte fast 2 Schachteln Zigaretten am Tag, hatte jahrelang keinen Sport getrieben und wog fast 120 kg.

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You can do it. All you have to do is do it. —?Ben Davis

Der Mann, von dem dieses Zitat stammt, habe ich meine Inspiration zu verdanken. Zwei, vielleicht drei Wochen vor meiner ersten Laufeinheit hatte ich dieses Video gesehen und war tief beeindruckt:

„Wenn dieser Typ es schafft kann ich das auch!“ hatte ich gedacht, ich war fest entschlossen seinem Beispiel zu folgen, ich musste es nur machen um es zu schaffen und erstaunlicherweise machte es mir ja sogar Spaß, ich lernte das laufen zu lieben.

Wenn ich mich heute umdrehe und auf den Weg des letzten Jahres zurücksehe, schaue ich vor allem mit Stolz zurück und ich glaube, dass ich schon stolz auf mich sein darf.

Ich habe durchgehalten, fast 20 kg an Gewicht verloren, bin über 1500 km gelaufen und habe inzwischen 2 Marathons gefinished, von den anderen Wettkämpfen ganz zu schweigen. Ich habe mich durchgekämpft und es geschafft, ich habe meinen Traum ein Stück weit selbst verwirklicht und etwas geschafft, was ich mir niemals im Leben zugetraut hätte.

You can do it. All you have to do is do it. —?Ben Davis

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Recht hat er. Jeder kann es schaffen! Tue was du liebst und glaub an dich selbst, der Rest ist Geschichte. Natürlich war das ganze Jahr nicht nur Zuckerschlecken und hinter allem was ich erreicht habe, liegt eine Menge Arbeit, Schweiß und manchmal auch ein paar Tränen. Sich Tag für Tag die Laufschuhe zu schnüren und bei Wind und Wetter seine Kilometer abzuspulen, egal ob es draußen -5°C oder +30°C sind, egal ob es regnet, stürmt, Tag oder Nacht ist, kostet manchmal Überwindung, vor allem macht mir das Laufen aber Spaß.

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Durch den Gewichtsverlust habe ich ein für mich vollkommen neues Lebensgefühl bekommen, ein neues Selbstvertrauen welches ich früher nie wirklich hatte wenn es um mein Aussehen ging. Natürlich möchte ich immer noch abnehmen, 15 kg sollen es nochmal werden und das ganze werde ich im zweiten Jahr auch dementsprechend angehen, aber das erreichte ist doch schon enorm, vor allem weil ich es mir selber erarbeitet habe. Ich habe mit dem Laufsport etwas in meinem Leben, was mir soviel gibt und was so ehrlich zu mir ist. Wenn ich nicht genug oder falsch trainiert habe, merke ich das im nächsten Wettkampf wenn der Körper nicht so will wie man selbst. Man muss stetig hart arbeiten um besser zu werden, aber die Arbeit zahlt sich auch aus. Als ich vor genau einem Jahr mir mit dem Laufen anfing, hatte ich gar keine Ausdauer, doch das wurde schnell von Trainingseinheit zu Trainingseinheit besser und der Fortschritt schnell sichtbar, der Schlossquelle-Lauf war ja direkt ein schneller Erfolg für mich – 7 Tage nach Beginn den ersten Wettkampf gefinished.

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Ich erinnere mich noch genau, dass mir im Auto auf dem Heimweg die Tränen kamen als ich alle nach Hause gebracht hatte, ich glaube, dass ich damals bereits irgendwie verstanden habe, dass mein Leben eine neue Richtung nehmen wird.

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Mein Leben und ich haben sich geändert und ich glaube fest daran, dass ich jetzt ein besserer Mensch bin, der positiver auf sein Leben und sich selbst schaut und diesen neuen Optimismus auch ausstrahlt. Wenn ich mir alte Fotos von mir ansehe, erkenne ich mich teilweise in denen gar nicht mehr wieder sondern sehe nur mein altes ich.

Nach den ersten kurzen Wettkämpfen ging es 2011 (nach überstandener Verletzung) dann auf die längeren Distanzen. Mit der Winterlaufserie des ASV Duisburg ging es zusammen mit Sven & Tobi erst auf 10km, ein paar Wochen nachdem ich wieder laufen durfte.

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Ende Februar dann nur noch mit Sven auf die 15 km (Tobi musste den Rest der Serie verletzungsbedingt aussteigen) und dann Ende März auf die Halbmarathonstrecke, welche ich in unglaublichen 01:47:41 absolvierte!

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Im April ging es dann mit spezieller Marathonvorbereitung weiter, ich hatte beschlossen den Düsseldorf Marathon zu laufen also gingen es mit langen Läufen weiter und ich erlebte wunderschöne Momente beim Laufen.

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Am 8. Mai 2011 habe ich mich dann in Düsseldorf in 4:49:44 durch die Hitze gequält und meinen ersten Marathon gelaufen, ein ganz besonderer Moment in meinem Leben. Ich habe gelernt, dass man alles schaffen kann wenn man will.

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Alle Ziele, die ich mir gesetzt hatte, habe ich erreicht – und nach wie vor keine neuen aufgestellt, dies wird aber sicherlich in den nächsten Tagen kommen.

Vergleich

Im Sommer ging es mit verschiedenen Unterdistanzen weiter und vielen schönen Wettkämpfen.

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Die Vorbereitung für meinen zweiten Marathon Berlin war stellenweise hart aber trotzdem schön.

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Berlin war dann ein absolutes Highlight, 2 Marathons in einem Jahr zu laufen macht mich unglaublich stolz. Ich habe mir einen Traum erfüllt und etwas geschafft, was ich niemals für möglich gehalten hätte.

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Ich freue mich auf alles was noch kommen wird in meinem neuen Leben. Am Ende möchte ich noch allen Unterstützern danken, vielen Dank für die super Unterstützung von Anfang an – vor allem durch meine Freunde, meine Familie und nicht zuletzt durch Katharina, meine wundervolle Freundin, die ich sehr liebe. Jedes mal wenn jemand von euch mit mir laufen war, mich angefeuert hat, meine Beiträge kommentiert oder einfach nur angesehen hat, jedes herzliche Wort hat mir auf meinem Weg geholfen, vielen Dank! Zur Feier des Tages gehe ich gleich laufen und ich werde jeden Schritt genießen – so wie mein neues Leben.

Edit:

01:11:12 Std., 13.38 km, 5:21 min/km.

Es hat den ganzen Weg über geregnet und ich habe jeden Schritt genossen. Es war toll durch den Regen zu rennen und über das vergangene Jahr nachzudenken – Eine Sache ist mir auch noch aufgefallen: Ich lächele und lache nun mehr als vor einem Jahr. 🙂

Halbmarathontraining Tag 9

Heute Nachmittag war dann das letzte mal Laufen vor dem großen Wettkampf am Samstag angesagt, es sollten lockere 40 Minuten werden, natürlich mir neuer Lauftight

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40:01, 6.69 km, 5:58/km.

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Ich hatte die ganze Zeit ein gutes Gefühl und denke, dass ich für Samstag gut vorbeireitet bin. Ich darf die 10km einfach nicht zu schnell angehen, dann wird das ganze schon irgendwie werden. Ich will langsam loslegen und dann eher nach hinten raus die Pace steigern. Morgen ist Ruhetag, Samstag Wettkampf und Sonntag der lange Lauf der Woche angesagt, yeah!

 

Trainingsplan für den Halbmarathon – Tag 6

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Laut Plan sollten es 40 min lockerer DL werden.

41:50, 6.84 km, 6:06/km, ∅ 162 bpm HF

Die Werte sehen auf den ersten Blick gut aus, sind sie ja auch. Ich arbeite gerade an meiner Lauftechnik und es scheint auch was zu bringen, ich laufe ohne größere Anstrengung schneller und lockerer, im Endeffekt soll das ganze auch auf Dauer gesünder sein. Was die Werte aber nicht zeigen, ist die Tatsache, dass mir das Außenband beim Lauf wieder weh tat, der Ruhetag morgen kommt also genau richtig. Vielleicht war das Pensum der letzten Woche (immerhin 38 km) doch ein wenig viel für den Anfang. Wenn es Mittwoch nicht besser ist, wird der Trainingsplan halt variiert.

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